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Besucherforschung

Michael Spock

A museum is for somebody, rather than about something

Als ich 2012 beim Technorama anfing, wollte ich von Beginn weg mehr über die Besucherinnen und Besucher wissen. Mit dem Theater-, Opern- und Ballettpublikum bin ich gut vertraut, auch mit den Menschen, die ins Kino, an ein Konzert oder in ein Kunstmuseum gehen. Diese waren mir fremd. Wer sind sie? Woher kommen sie? Und vor allem: Was wollen sie? Marketing ist ohne customer insights nicht zu haben – und das bedeutet oftmals auch primäre Marktforschung.

Nach mittlerweile drei Besucherforschungsprojekten zusammen mit der ZHAW wissen wir nicht nur, wer das Technorama besucht, sondern vor allem, warum diese Menschen ins Haus kommen. Nein, es ist nicht aus Interesse an den Naturwissenschaften, sondern aus ganz andern Gründen. Die wesentlichen Erkenntnisse sind in der Präsentation Besucherforschung am Swiss Science Center Technorama zu finden.

Wer Besucherforschung im Museumsbereich betreibt, der kommt um zwei Namen nicht herum. Da ist einerseits Michael Spock, der langjährige Direktor des Children’s Museum in Boston. Auf ihn geht der Titel dieses Blogbeitrags zurück, und von ihm gibt es eine direkte Linie zu Nina Simon's The Participatory Museum: «If it's not about us, it's not for us».

Der andere Name ist John Falk, heute Direktor am Institute for Learning Innovation und Autor von «Identity and the Museum Visitor Experience», das zu den Standardwerken in der Besucherforschung zählt. Ich habe John mehrere Male persönlich getroffen und war jedesmal tief beeindruckt, wenn er die Bedürfnisse von Besucherinnen und Besuchern auf den Punkt brachte. Was wollen wir tatsächlich, wenn wir in ein Museum gehen?

Die Beweggründe lassen sich auf einige zentrale Motive reduzieren. Diese Erwartungen zu kennen, ist ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg einer Kultureinrichtung. Man muss diese freilich nicht unbedingt und vollständig erfüllen. Aber kennen muss man sie.