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Zendo Lassalle-Haus

Dojo Bad Schönbrunn

Hier ist ein guter Ort um zu sitzen.

Wer jemals Janwillem van de Weterings Erfahrungen in einem japanischen Zen-Kloster gelesen hat, der weiss, dass sich überall ein guter Ort findet, um sich auf ein Kissen zu setzen. Oder andersrum: Wer meditiert, der macht jeden Ort zu einem guten Ort.

Natürlich gibt es Orte, die es einem leichter machen, in die Stille zu finden und zur Ruhe zu kommen. So ein Ort ist das Zendo im Lassalle-Haus in Bad Schönbrunn.

Ich habe längst aufgehört, die Sesshins und Zazenkais zu zählen, die ich hier besucht habe. Ich kann darum auch nicht sagen, wie oft und wie lange ich in diesem Raum gesessen habe. Zusammengezählt müssen es viele Wochen, vielleicht sogar Monate sein. Meist am selben Platz, vorne links bei den Fenstern, damit ich mich an einer der Betonsäulen hochziehen kann, wenn mir wieder die Beine eingeschlafen sind.

Kaum ein Ort ist mir über die Jahre so sehr ans Herz gewachsen wie das Zendo im Lassalle-Haus. Tatsächlich ist es der Geruch in diesem Raum, der mich in seinen Bann schlägt: Er duftet nach dem Stroh der Bambusmatten, dazu ein Hauch von Räucherstäbchen. Heimat, das wissen wir von den Madeleines, die Marcel Proust in «A la recherche du temps perdu» in Lindenblütentee taucht, ist ein olfaktorischer Begriff.

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